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Wie du die Epoche der Aufklärung in Deutschland noch heute für dich nutzt

Es gibt herausragende Gedanken, denen liegt die ehrliche Intension zu Grunde, Menschen zu unterstützen sich aus ihrer Unmündigkeit zu befreien. Ein derartiger Gedanken sollte, wenn du willst, dass er von der Breite der Bevölkerung Gehör findet, mit Nachdruck und großer Deutlichkeit ausgesprochen werden. Schreibe ihn zusätzlich noch an Wände, als große Überschrift in Zeitungen, präsentiere ihn wie einen Werbespot und verkaufe ihn subtil als gelebte Realität in den Seifenopern des Fernsehens.

Was für ein gewaltiger Gedanke könnte wohl dahinterstecken, der einen solchen Aufwand lohnt? Dir fällt keiner ein? Dann will ich dir mal helfen:

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Ein schöner Satz oder? Denn er attestiert dir, völlig unvoreingenommen, dass du alle Eigenschaften besitzt, rational und analytisch zu denken: Verstand, Mut und auch die Fähigkeit mühelos darauf zuzugreifen.

Erleben wirst du ein solchen Satz in unserer heutigen Zeit nicht, denn obwohl uns erzählt wird, wie aufgeklärt und gut informiert wir doch seien, ist es nicht wirklich im Sinne der „politischen und wirtschaftlichen Ordnung“, dass wir es auch tatsächlich sind. Zu groß die Gefahr, dass du erkennst, wie nackt der Kaiser ist.

Wieso ist der Kaiser ist nackt? Diese Redewendung (ein Idiom) entstammt dem Märchen: „Des Kaisers neue Kleider“, von Hans Christian Andersen. In seinem Märchen spricht ein Kind ungeniert die Wahrheit aus, während alle Erwachsenen darüber schweigen.

Nein, um diesen Satz in seiner Gänze zu erfahren, musst du zurück in die Zeit reisen, in der mit deinen alten Zweifeln und falschen Annahmen ernsthaft aufgeräumt wurde – und an den Ort an den er seine volle Wirkung im Volk entfaltete: Die Epoche der „Aufklärung“ beginnt Anfang des 17. Jahrhunderts, und wirkt in Deutschland hauptsächlich in der Zeit zwischen 1700 und 1800.

Dein Verstand ist der heilige Gral

Deine Vernunft ist das Hauptkriterium dieser Epoche, Tugendhaftigkeit und das Streben nach Freiheit begleiten dich. In ihr erhebt sich dein Verstand zum heiligen Gral des Erkenntnisgewinns und befreit dich von alten Denkmustern und überholten Vorstellungen. Nur was du mit deiner Ratio erfassen und erklären kannst ist maßgeblich und für deine Handlungen entscheidend.

Fernsehen gab es nicht, Werbung auch nicht und üblich war es auch nicht Botschaften an Wände zu sprühen. Wie nun konnte der Geist hinter diesem schönen Satz in die breite Öffentlichkeit gelangen? Es war die Deutsche Literatur, die zum Vehikel dieser gewaltigen Botschaft wurde und die Idee zunächst in die bürgerliche Gesellschaft transportierte. Von hier aus fand sie den Weg in die Breite des Volkes.

Der Begriff der Literatur ist in Zeiten der Aufklärung die Gesamtheit der schriftlichen Sprachkunstwerke und richtet sich zunächst hauptsächlich an das wohlhabende und gebildete Bürgertum.

Es ist kein Geringerer als der bedeutendste Philosoph der Deutschen, Immanuel Kant (1724-1804), der hinter diesem Satz steht. Sein redliches Bestreben war es, die Menschen unabhängig zu machen; von den vorherrschenden mittelalterlichen Vorstellungen, den bestehende Herrschaftsstrukturen, und dem korrupten und moralisch verdorben Adel, bzw. „Eliten“.


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Warum die Epoche der Aufklärung nie vorbei ist

Wenn du jetzt die Notwendigkeit einer neuerlichen Epoche der Aufklärung erkennst, liegst du absolut richtig. Denn in unserer gegenwärtigen Zeit werden deine niederen Instinkt angesprochen um dich zu Entscheidungen zu verleiten, die eben nicht Grundlage deiner Ratio sind. Nützlich sollen sie sein, aber hauptsächlich für andere und nicht für dich. Wenn beispielsweise Begehrlichkeiten über Werbung geweckt werden, soll sie dich zum Konsum verleiten, das aber vornehmlich der Wirtschaft nutzt und dann erst dir.

Ebenso verhält es sich mit dem Begriff der „gelebten Solidarität“: Der moralische Hintersinn verpflichtet dich gegen deine Vernunft und Interessen zu entscheiden. Ein Zustand der Unfreiheit und Abhängigkeit hat sich eingeschlichen, der wieder nur durch ehrlich gemeinte Aufklärung aus der Unmündigkeit führt.

Kants schöner Satz, der zum Leitmotiv der Aufklärung wurde, geht er aber noch weiter. Er führt aus:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude!”

…BAM!…

Gibt es an diesem klaren Gedankengang noch etwas zu deuteln!? Eindeutig in seiner Aussage, verständlich in seiner Sprache: Hinfort mit Gehorsam gegenüber den verstaubten Autoritäten Kirche, Königen und Regierungen.

Sicherlich: Bequemer ist es in seiner Unmündigkeit zu verharren und andere über sein Schicksal entscheiden zu lassen, anschließend kann dann immer darüber geklagt werden wie ungerecht das Leben doch sei – doch das ist nur die typische gelebte Opfermentalität.

Der Anspruch der Aufklärung ist die Emanzipation des Menschen und die Hinwendung zur Wissenschaft anstatt zum diffusen Aberglaube. Unter diesem Gesichtspunkt findet die Zeit der Aufklärung nie ein Ende.


»5 bedeutende Deutsche Literaten, die in der Zeit der Aufklärung ihre Werke vollbrachten«


Du benutzt deinen aufgeklärten Verstand um zu erkennen das …

  • … der einfache Weg nicht nicht immer der Beste ist. Die Erfahrungen die du auf einem holprigen Weg zum Ziel sammelst bringen dich langfristig oft weiter als das Erreichen des Ziels selbst.

  • … Disziplin die Fähigkeit ist, eine Belohnung auf später zu verschieben. Anstatt dem schnellen Kick zu erliegen, ziehst du deine nachhaltige Befriedigung aus dem Lohn von Mühe.

  • … es zu einem selbstbestimmten Leben gehört Verantwortung zu übernehmen. Du verharrst nicht in lähmender Lethargie aus Angst vor dem Versagen und einer möglichen Strafe für dein Handeln, weil du weißt, dass du auch dafür bestraft werden kannst wenn du nicht handelst.

  • … Gesetze auch nur von Menschen gemacht wurden. Sie sind nicht in Stein gemeißelt und können richtig oder falsch sein.


Du, auf dem Weg zu selbstbewussten Bürger

Die Epoche der Aufklärung war ein Glück für Deutschland, denn dieses Land hatte sich noch immer nicht vollständig von den Wirrungen des 30jährigen Kriegs (1618-1648) erholt. Stark machte dieses Zeitalter die Bürger im Denken, dort wo vormals reiner Mystizismus herrschte. Die mittelalterliche, bzw. frühneuzeitliche Ständeordnung zerbröselte nach und nach und an ihre Stelle trat ein selbstbewusstes Bürgertum, das teilnahm an der politischen Gestaltung.

Friede und Freiheit waren die umschwärmten Begriffe der neuen Ordnung, an dessen Ende abermals das Pendel zurückschwang, wie so oft in der Geschichte der gesellschaftlichen Bestrebungen, und die „Empfindsamkeit“ Einzug in die Lebensrealität des Volkes hielt.

Ein großer Gedanke komprimiert in einem kleinen Satz – Die Epoche der Aufklärung ist immer aktuell.

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