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Vom germanischen Haustblót zum deutschen Erntedankfest

So lange stand dieser alte Holzteller in der hintersten Ecke deines Küchenregals, dass du ihn schon gar nicht mehr wahr genommen hast. Betriebsblind heißt das wohl. Doch heute hat er auf sich aufmerksam gemacht.

Er landete polternd auf dem harten Küchenfliesen, als du ein paar Küchenutensilien hervorkramen wolltest. Klassischen Käsekuchen wirst du backen – Deutschland am Samstagnachmittag. Dabei kam er ins rollen und naja, nun lag er da. Wenn er kaputt gegangen wäre, wäre es dir egal gewesen.

„Ganz geblieben?“ fragst du dich, während du deinen Oberkörper in Richtung Boden bewegst um ihn aufzuheben. Und ja, er machte einen unversehrten Eindruck.

Deine Finger fühlen das warme Eichenholz, grob bearbeitet und doch glatt. Du kannst die Unebenheiten ertasten, die die alten Schnitzwerkzeuge hinterlassen haben. Ein Hakenmesser wird für die leichte Wölbung nach Innen gesorgt haben, Stechbeitel für die Randverzierung – und die Buchstaben? Davon hast du hast keine Ahnung. Altes, solides Bauernhandwerk, so viel ist sicher.

„Unser täglich Brot gib uns heute“ steht dort groß in altdeutschen Lettern, hineingeschnitzt in den Rand.

Die Ernte ist die die Krönung der Arbeit des Bauern

Du kennst die Worte aus dem „Vaterunser“ und fragst dich gar nicht, was diese Worte auf diesem alten Teller zu suchen haben, denn du kennst sie noch: Die Geschichten deiner Großeltern oder sogar Urgroßeltern, die von schwerer Feldarbeit erzählten und Missernten die ihren Vorfahren einen harten, entbehrungsreichen Winter bescherten.

Sich für einen gefüllten Teller zu bedanken ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Dabei ist die Zeit des Überflusses so gering im Gegensatz zu jener, in der es nicht sicher war etwas auf dem Teller zu haben, dass sie fast zu vernachlässigen ist. Deshalb wird eine gute Ernte schon sehr lange, weltweit, in verschiedensten Kulturen gefeiert.

Ein uralter germanischer Brauch wird zum Erntedankfest

Das „Erntedankfest“ ist in Deutschland die traditionelle Feier im Herbst, nachdem die Ernte eingebracht wurde. Es wird immer am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

Der historische Ursprung dieses Brauchs geht aber viel weiter zurück. Damals gab es noch kein „Erntedank“ , keinen Oktober und noch kein Deutschland. Aber es gab Germanien, das Gebiet zwischen Rhein, Elbe und Donau.

Und hier wussten schon die ansässigen Germanen (um ca. 200 v.Chr.), dass eine gute Ernte die Teller füllt, in den langen harten Wintern, die auf den Herbst folgen.

So feierten sie ihren Dank für die alljährliche Ernte mit dem mystischen Sonnenfest „Haustblót“.


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„Haustblót“ – das echte Erntedankfest

Ganze drei Tage lang wurde mit dem alten Brauch „Haustblót“ den aus der nordischen Mythologie stammenden Gottheiten Thor, Sif und Frey gedankt. Ein letzter, nicht geernteter Apfel blieb am Baum hängen, ein Eber geopfert und das Wodelsbier gebraut.

Auch wenn von den germanischen Bräuchen in der heutigen Zeit nicht mehr viel übrig ist, hat es ein traditioneller Ritus bis in unsere Zeit geschafft:
Aus den letzten Korngarben auf dem Feld wird auch heute noch ein Kranz oder eine Erntekrone geflochten. Es ist das magische Sinnbild des Lebens: Im Kranz ruht das Leben in Form des Korns über den Winter, um im Frühling erneut zu erwachen.

Haustblót“ war ein Sonnenfest. Im keltisch-germanischen Jahreskreis gibt es jeweils vier Sonnenfeste und vier Mondfeste, zu dem auch Samhain gehört. Auf ein Sonnenfest folgt immer ein Mondfest.

Die Christianisierung erfolgte durch Ludwig des Frommen

Es war in Mainz 813, als auf Verlangen Kaisers Ludwig des Frommen das ehrwürdige vorchristliche Fest Haustblót christianisiert wurde.

Auf der Synode – einer beratenden Versammlung von Bischöfen – wurde beschlossen die heidnischen Gottheiten durch den Schutzpatron des Kaiserreiches, den Erzengel Michael, zu ersetzen.

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Dein alter Teller hat nun einen exponierten Platz

Die alte deutsche Tradition einen gefüllten Teller nicht als selbstverständlich zu nehmen, sondern dankbar über ihn zu sein, war dir so wichtig, dass du diesem alten hölzernen Napf einen exponierten Platz gabst. Direkt auf dem Esstisch, dort wo er auch hingehört.

Hin und wieder wird dir dort seine kostbare Geschichte bewusst. Und manchmal fragt dein Besuch nach diesem außergewöhnlichen Essgeschirr und dann erzählst du ihm von Thor, Sif und Frey und wie es tatsächlich über die Jahrtausende zum Erntedankfest kam.

Ihr lacht und sprecht und nehmt das Brot vom Teller, ganz so wie damals, als das deutsche Eichenholz noch frisch war und das „Vaterunser“ in vieler Munde.

Es gibt einen Artikel über das Vaterland. Schau hier




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