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Tatkräftig und selbstlos: Die Deutschen Trümmerfrauen

Große Deutsche“ – diese wundervoll wertschätzende Bezeichnung könntest nicht nur du als Einzelperson tragen – sofern du wirklich herausragende Leistungen vorzuweisen hättest – auch Gruppen gehören in den Pool derer, die sich einst verdient gemacht haben um das Wohl und Wehe dieses Landes.

Ihre vergangenen Taten sprechen für sie. Es war ihr Tun und Handeln, und es war nicht das was sie sagten und nicht das was sie meinten mit lauten Getöse in die Welt hinausposaunen zu müssen, nur weil es irgendwie gut klingt, ausschaut und billigen Applaus liefert.

Tüchtigkeit, Disziplin, Aufopferung – Tugenden und Werte charakterfester Persönlichkeiten – heute für viele Menschen unvorstellbar, wo doch „Haltung“ zumeist nicht mehr ist als ein unterwürfiges Kuschen vor einer gnadenlosen Mehrheitsmeinung, und einen Klick weiter zu einem „Like“ bzw. „Dislike“ wird.

Die Male der Schande

Als Deutschland 1945 zerschmettert am Boden lag, ausgezehrt von unzähligen Schlachten an unzähligen Fronten, prägten riesige Schuttberge die Topographie der ehemals stolzen Städte.

Schätzungen gehen von 400 – 500 Millionen Kubikmeter aus! Das Abtragen dieser „Male der Schande“ war eine Herkulesaufgabe. Übernommen wurde sie von fleißigen Frauen, die sich ihr selbstlos annahmen ohne nach Quote und Selbstinszenierung zu schielen oder anderweitig aus ihnen ihren zweifelhaften Nutzen zu ziehen.

Viele Erhebungen in Deutschlands Großstädten sind nicht natürlichen Ursprungs. Oft sind es Trümmerberge, die begrünt nicht mehr als solche zu erkenne sind. Allein in Berlin gibt es 12 dieser Berge wobei der Teufelsberg, deutschlandweit, mit seinen 26 Mio. Kubikmetern mit Abstand der Größte ist.

Die Deutschen Trümmerfrauen, die ab dem 1. Juni 1945 in die Hände spuckten, ihre abgewetzten Ärmel hochkrempelten, griffen mit der einen Hand den Hammer, mit der anderen beherzt einen von Millionen Ziegelsteinen, aus den noch rauchenden Ruinen dieses Landes und begannen den Mörtel abzuklopfen, um anschließend die Steine sorgfältig wieder aufzuschichten.

Und so wuchs ein weiterer Berg, diesmal aber in die andere Richtung: Aufbauend und konstruktiv, und aus dem wachsenden Berg frisch bearbeiteter Steine sollte in den nächsten Jahren wieder neuer Lebensraum werden, für Wohnungen, für Geschäfte, für Büros, für Straßen, für all das was für uns heutzutage so selbstverständlich erscheint.

Das pulsierende Deutsche Leben kroch sozusagen, dank der Trümmerfrauen, aus dem Schmutz und dem Staub und den Bombentrichtern.


Sag mal, wie war das eigentlich früher in Deutschland?

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Die Arbeiten der Trümmerfrauen waren hart und kräftezehrend – eigentlich eine Arbeit für Männer, aber die gab es nicht mehr. Gefallen, verschleppt und in Gefangenschaft, viele Schicksale der Deutschen Soldaten sind bis heute ungeklärt.

Wenn Hildegard, Jahrgang 1919, die ihren Mann an der Ostfront an die Gefangenschaft verlor, abends die gemeinsamen Kinder ins Bett brachte, hatte sie 9 Stunden als Trümmerfrau gearbeitet und dabei etwa 6,30 Mark verdient. 70 Pfennig die Stunde, das reichte kaum zum Überleben.

Sie wohnten in einer der zerbombten Wohnung in der Gotengasse in Berlin Schöneberg. Eigentlich eine schöne Gegend mit reichhaltigen Stadtquartieren aus der Gründerzeit (etwa 1870-1910). Übrig geblieben ist davon nichts, die nächtlichen Bombenangriffe mit ihren Feuern ließen kaum einen Stein auf dem anderen.

Immerhin stand ihr als Trümmerfrau eine deutlich erhöhte Essensration zu und doch gehört die Jagd nach Nahrungsmitteln, Hamsterkäufe und Handel auf dem Schwarzmarkt neben ihrer Arbeit zum Alltag.

Geehrt wurden die Trümmerfrauen landesweit nicht nur mit zahlreichen Denkmälern, auch die 50-Pfennig-Münze ist eine originelle Ehrung für die Großtaten dieser Frauen. Der Deutsche Bildhauer Richard Werner (1903-1949) fertigte den Entwurf der Baumpflanzerin 1949 nach seiner Ehefrau Gerda Werner an.

Wenn ihre kleine Tochter Johanna abends, kurz vor dem Zubettgehen noch ihre Mama fragte, “Duhu, ich hab so einen Hunger, kann ich noch was zu essen haben …?” dann zweigte sie oft noch etwas von dem Bisschen was sie für sich hatte ab, um es ihrer Tochter zu geben.

Gewiss, keine leichte Zeit.

Ihr Andenken bleibt uns bewahrt

Hildegard war eine von 26.000 Trümmerfrauen die allein in Berlin für Ordnung sorgten. Dank ihrer Arbeit und ihrem unermüdlichen Einsatz für ihre Kinder vollzog sich der Wiederaufbau Deutschlands deutlich schneller. Dem Engagement dieser Frauen ist es zu verdanken, dass Berlin zu der modernen Metropole wurde, die sie heute ist.

Deutsche Trümmerfrauen, fast schon in Vergessenheit geraten, erinnern ihre Denkmäler an diese längst vergangene Zeit. Ihr Andenken bleibt uns bewahrt.


Denkmäler für die Trümmerfrauen – Hier findest du sie in Deutschland:

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