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Richard Wagner – Deutschland und die Epik des Rings

Die Geschichte Deutschlands ist keine Novelle und über dieses Land und seine Entstehung zu schreiben wird nie romantische Prosa sein. Vielmehr ist es ein Drama, ja sogar ein Untergangsdrama, dessen Ausmaß seinen Ursprung im unheiligem Dreigestirn von Macht, Liebe und Gold hat.

Seit Anbeginn der Zeit sind es diese drei Ingredienzien, die für profane aber zerstörerische Begierde sorgen. Gelegentlich wird behauptet, dass Gold und die Frauen wären vom Teufel erschaffen. Das ist zwar meist spaßig gemeint, aber ja, könnte es anders sein? Und die Macht? Die Macht, so viel sei gesagt, ist nur das Werkzeug mit der du leichter an das beide Andere herankommst.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Deutsche Historie gespickt ist mit Schlachten, Aufstieg und Fall von Königen und dem sinnlichen Räkeln der betörendsten Mätressen.

Und würdest du dieses Sündenbabel verfilmen, gäbe es nur einen Soundtrack der diesen steinigen Weg angemessen orchestriert: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ hat alles was du brauchst um der Eindringlichkeit Ausdruck zu verleihen mit der dieses Land entstand.

Die Epik des Rings entblättert sich zaghaft

Zugegeben, leicht zugänglich ist sein opulentes Werk nicht – gerade für Menschen nicht, die mit Oper wenig bis gar nichts am Hut haben. Denn nicht nur, dass dieses musikalische Schwergewicht satte 16 Stunden auf die Waage bringt: Diese Stunden können auch durchaus langatmig werden.

Richard Wagners „Ring der Nibelungen” ist so umfangreich, dass sein Opernzyklus (Tetralogie), bei der Aufführung auf vier Tage verteilt wird. Seit 1876 wird jährlich, auf den Bayreuther Festspielen seinem Schaffen gedacht, in dem dort seine Musik im Mittelpunkt steht.

Und doch wirst du dem Zauber des „Rings“ erliegen. Nicht etwa durch verbissenes Durchhören dieses vielschichtigen musikalischen Werks, sondern durch die hypnotischen, rein orchestralen Passagen. Die sind es, die dich schnell gefangen nehmen und dich entführen, gibst du ihnen nach, in die Tiefen des mythischen Kosmos dieses überbordenden Nationalepos.

Mit der CD „Der Ring ohne Worte“ (erschienen 1990), beginnst du deine düstere Reise zunächst in der nebligen Dämmerung des Rheins, an dessen verschlungene Ufer dich die ersten Klänge führen. Unruhig treibst du anschließend flussaufwärts, zur Burg der Götter (Einzug der Götter in Walhall), um in der dritten Passage zu den schmiedenden Zwergen hinabzusinken.

Dort lässt dich das Schwingen der Hämmer erst wieder los, wenn es weitergeht zu der Walküre, bei der Sigmunds Blick auf Sieglinde fällt …

Walküre, Sigmund & Sieglinde …?

Du merkst es schon: Die Geschichte des Rings ist komplex.

Gedichtet und komponiert hat Wagner seinen Opernzyklus aus verschiedenen Versatzstücken. Jacob Grimms „Deutsche Mythologie“ ist mit eingeflochten, die geheimnisumwobene, nordische Götter- und Heldensage EDDA hat ihren Anteil ebenso, wie der keltisch-germanische Grals-Mythos.

Dieses Hintergrundwissen bedarf es jedoch nicht für den Hörgenuss. Das Monumentale des Rings wirkt auch gänzlich ohne Geschichte. Wenn Wagner beispielsweise den Rhein, ganz zu Anfang im Prolog beschreibt, ist das unglaublich plastisch.


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Wogende, ruhelose Fluten im feuchten Nebel, das Ziehen der Wolken über den nächtlichen Grund. Dann der Ritt der Walküre, das wohl bekannteste Stück aus der Oper. Immer wieder und überall gehört. Und weiter mit „Siegfrieds Trauermarsch“, dem Meisterstück, das sich auf leisen Sohlen heranschleicht, aufbraust, sich wieder zurückzieht um in tragischer Melodie zu versinken.

Das ist bestes Deutsches Kopfkino – und das solltest du dir nicht entgehen lassen.

Richard Wagner (1813-1883) hat lange am Ring des Nibelungen gearbeitet. 26 Jahre um genau zu sein – 1848 beginnt er mit dem ambitionierten Werk und schließt es endgültig im Jahr 1874 ab.

Die letzten Worte finden sich handschriftlich auf der Partition: „Vollendet in Wahnfried; ich sage nichts weiter!! R.W.“.

Wagners Vermächtnis wirkt bis in die Gegenwart

Als wäre der Ring nicht schon genug, hat uns Wagner viele weitere phantastische Musikdramen und Opern hinterlassen. Sie alle gelten durchweg als Höhepunkte der Romantischen Musik, jener Stilrichtung, die im 19. Jahrhundert eine besonders starke Betonung auf das Gefühlvolle legte.

Die „Musik der Romantik“ wendet sich häufig den Mythen und Sagen des Altertums zu. In dieser Epoche spielen große Gefühle eine zentrale Rolle. Es ist die Leidenschaft und das Schaurige, das Fantastische und das Abenteuerliche, das diese Kunstform auszudrücken versucht.

Wagner war und ist ein Gigant. Er beeinflusst die Moderne Musik bis heute, in die Gegenwart hinein. Mit seiner Musik wollte er die Welt verändern. Mit ihr aufzeigen, welche Mechanismen am Werk sind, wenn Gier und Begehr überhand nehmen und Verrat an Stelle von Treue und Loyalität tritt.

Gelungen ist es ihm nicht. Die Welt ist die Lasterhöhle geblieben, die sie schon seit frühester Zeit war. Das alte Dreigestirn der Macht, der Liebe und des Goldes sorgt auch weiterhin für unredliche Allianzen.


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