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Konrad I. – Deutschlands vergessener König

Wer hat nicht schon mal davon geträumt: Einmal König sein – Einmal wenigstens für einen kleinen Moment am prunkvollen Kelch der Macht zu nippen. Was könnte man dann nicht alles tun, und dann der Reichtum der über einen käme …

Ein guter König wäre man sowieso, gütig und gerecht, dass behauptet jeder – solange er es nicht ist. Rio Reiser wollte einer sein, der Kunde der den Laden betritt sowieso und auch Prinz Andrew hegte des öfteren den Wunsch nach einer Herrschaft als König. Der hätte es ganz sicher sogar richtig gut gekonnt.

König sein gestaltet sich mitunter aber nicht immer so einfach.

König – Ein Wort, dessen Ursprung du im Altgermanischen findest: kuninga-z bedeutet soviel wie „der Dazugehörige“ oder „der Abstammende“. kuningaz bedeutet dann soviel wie „der einem edlen Geschlecht Entstammende“.

Deutschland hatte in seiner Geschichte viele gekrönte Häupter kommen und gehen sehen. Zählt man Mitkönige und Schattenkönige zusammen, landet man bei sage und schreibe 65 Herrschern.

Beginnend bei Ludwig II., dem Uhrheber des Deutschen Reichs, bis Wilhelm II., der bis 1918 Deutscher Kaiser und König von Preußen war. Danach war dann aber endgültig Schluss mit der Monarchie in Deutschland.

Ein König ohne Reputation

Von den meisten königlichen Hoheiten berichtet die Geschichtsschreibung wohlwollend bis auskömmlich. Doch so gar nicht im guten Licht erscheint Konrad I. (881 – 918). Er gilt als ein vergessener König. Seine Amtszeit umfasste 7 Jahre, von 911 bis 918 – immerhin.

Sicher, das Frühmittelalter gilt nicht gerade als die quellenreichste Zeit des Mittelalters. Da ist ohnehin nicht viel Aussagekräftiges über ihn oder über überhaupt jemanden zu finden. Zumal 7 Herrschaftsjahre nicht gerade viel sind. Als wäre das aber nicht schon hinderlich genug, für eine positive Reputation, wird seine Regentschaft von Chronisten auch noch als gescheitert erachtet!

Konrad I. war ein Segen für die Bildung des Deutschen Reichs

Lass uns mal auf das Positive schauen: Seine Wahl zum König im Jahr 911 führt zur endgültigen Teilung des ehemaligen Frankenreichs in Ost- und Westfrankenreich. Beide Reiche waren zwar vorher schon unter den Brüdern Ludwig II. und Karl III. (Karl dem Kahlen) durch den gemeinsamen Sieg über ihren Bruder Lothar I. (in der Schlacht von Fontenoy 841) aufgeteilt worden, aber die karolingische Herrscherdynastie wurde erst durch den Herrschaftsantritt Konrad I. beendet.

Mit seiner Wahl, die ausschließlich unter ostfränkischen Herzögen durchgeführt wurde, wird zum ersten mal die Bestrebung deutlich, ein Deutsches Reich zu gründen. Konrad I. hat sich somit schon mal den Titel des „ersten Deutschen Königs“ redlich verdient.


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Seine Kritiker werfen ihm vor, den Verlust Lothringens, das sich Richtung Westfranken orientierte, nicht verhindert zu haben. Konrad I. führte zwar während seiner Amtszeit drei Feldzüge gegen den dort herrschenden westfränkischen König Karl III. (Karl dem Einfältigen), von Erfolg gekrönt waren aber alle drei nicht. Zumindest den Elsaß, der immer wieder von Karl III. bedrängt wurde, konnte Konrad halten.

Auch den heftigen ungarischen und dänischen Plünderungszügen konnte Konrad I. nichts Nennenswertes entgegensetzen. Die Gegenwehr oblag fast ausschließlich den Stammesherzögen, bei denen sich vor allem Herzog Arnulf von Bayern hervortat.

Arnulf von Bayern fuhr die Schiene eines Separatisten, strebte also die Unabhängigkeit der bayrischen Stammesgebiete an und seine erfolgreiche Verteidigung gegen die Ungarn stärkte seine Position bei dieser Bestrebung.

Doch zu Konrads Rechtfertigung lässt sich konstatieren: Die ungarischen Übergriffe geschahen so schnell und unvorhersehbar, dass eine wirksame Verteidigung schlicht ummöglich war. Bevor das Reichsheer sich gesammelt hätte, wären die wüsten Magyaren (Ungarn) ohnehin schon lange wieder über alle Berge.

Erst in der heroischen Schlacht bei Riade (933) konnte der plündernden und brandschatzenden Ungarnhorden das erste Mal nachdrücklich Einhalt geboten werden.

»Die 4 wesentlichen Eckpfeiler der Herrschaft in Deutschland zu Zeiten des Mittelalters«

Sum­ma sum­ma­rum

Als zu einflusslos, nicht prägsam genug und zu unentschlossen in seinen Entscheidungen gilt bis heute Konrads Regierungszeit den Chronisten.

Der deutsche Historiker Ernst Dümmler ging so weit Konrads größte Tat auf seinem Sterbebett zu verorten. Konrad bestimmte damals im Siechtum (918), großmütig und ohne Rücksicht auf die eigene (konradinische) Dynastie, seinen Nachfolger: Herzog Heinrich von Sachsen. Der war zwar sein Widersacher, aber anscheinend auch der Einzige, der dem Chaos im Reich Einhalt gebieten konnte.

Die geschichtliche Aversion gegen Konrad I. waren so groß, dass ein Denkmal, vorgesehen für die Stadt Weilburg, sein Sterbeort, im Jahr 1891 anderorts aufgestellt wurde. Epoche und Herrscher erschienen den Stadtvätern nicht „bedeutsam“ genug.

Sein Einfluss auf Deutschland

Konrad I. war kein erfolgreicher Netzwerker. Er hatte zwar Vitamin B, aber offensichtlich nicht das Richtige. Um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen fehlte ihm das letzte Quentchen gütliche Fügung. Nichtsdestotrotz: Sein Einfluss auf die Entstehung des Deutschen Reichs nicht zu unterschätzten.

In Fulda liegt er begraben. Im Dom fand er seine letzte Ruhestätte. Eine Gedenktafel erinnert an ihn, den ersten Deutschen König.

Bist du dort, halte einen Moment inne und denke dran: Manch einen sieht man erst auf den 2.Blick, denn die Schatten sind groß, die Deutsche Könige warfen.

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