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Essen wie die Deutschen. Heute: Königsberger Klopse

Ein wohlgeformter Fleischball – nenne ihn „Klops”, gebraten mit Zwiebeln und mit leckeren Gewürzen abgeschmeckt ist eine Delikatesse für sich. Wird diese Delikatesse nicht gebraten sondern gekocht und anschließend in eine weiße Kapernsauce getunkt, dann spreche ich über nichts Geringeres, als über das Quasi-Nationalgericht der Deutschen: „Königsberger Klopse”.

Dieses herrliche Gericht, stilecht mit Salzkartoffeln serviert, hat mit 93 Prozent den höchsten Bekanntheitsgrad unter allen regionalen Gerichten in diesem Land.

Königsberger Klopse war ein besonderes Essen, damals in der ostpreußischen Haupt- und Residenzstadt Königsberg, das meistens nur am Wochenende und an Feiertagen auf den Tisch kam.

Genaue Zutaten bleiben im Dunkeln

Was nun genau in diesen Fleischklops kam, darüber dürften sich die Mamsellen schon damals gestritten haben. Die einen meinen Salzhering oder Sardellen wären die obligatorische Zutat dieses hauptsächlich aus Hackfleisch bestehenden Kloßes, andere sind davon überzeugt, dass nur Kalbfleisch die einzige und richtige Zutat darstellt.

In der masurischen Seenlandschaft, so viel ist sicher, kommt auch heute noch Fisch ins Hack.

Das Wichtigste beim Königsberger Klops ist die Sauce. Charakteristisch: Ihre helle Farbe, die sie durch die Mehlschwitze erhält. Unterbrochen wird ihre appetitliche Textur sämigen Glanzes vereinzelt durch dunkle Punkte: Kapern. Ein Muss im Rezept des Leib- und Magengerichts der Deutschen Nation.

Aufschlussreich: Das Universal-Lexikon der Kochkunst von 1886

Ein Originalrezept der Königsberger Klopse gibt es nicht. Überliefert aber ist zumindest ein Rezept von 1886 aus dem „Universal-Lexikon der Kochkunst”. Es sieht vor, die Fleischbälle in Wein, Essig, Sardellen, Kapern und Senf zu kochen.

Estragon-Essig und Zitronenscheiben runden das Gericht ab und sorgen für den typischen, leicht süß-säuerlichen Geschmack dieser ostpreußischen Spezialität.


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Wie kam dieses Gericht nun zu so großer Bekanntheit? Der berühmte deutsche Philosoph und gebürtige Königsberger Immanuel Kant (1724 – 1804) dürfte einen nicht unerheblichen Anteil daran haben. Seinen zahlreichen Gästen servierte er mit Vorliebe lockere Fleischbällchen, die zusammen mit Kartoffeln in einer schmackhaften Kapernsoße schwammen. Gegessen wurde diese Speise mit Löffeln.

Ist es das eventuell das geheimnisvolle Originalrezept? Gut möglich, aber genau kann einem das wohl niemand mehr sagen.

Auch die emsigen, ostpreußischen Küchen-Mamsellen taten ihr Bestes ihre heimatlichen Rezepte in ihre Arbeitstätten, die zumeist in anderen Regionen Deutschlands lagen, zu bringen. Berlin, Köln, München, Hamburg – nach und nach verbreitete sich diese traditionelle Speise über das ganze Land.

Diese Klopse geben Rätsel auf

Jeder kennt sie – nicht jeder mag sie. Gerade Kapern sind nicht jedermanns Sache. Diese merkwürdige undeutsche Zutat findet sich kaum sonst wo in der Deutschen Küche. Ursprünglich kommen Kapern aus dem Mittelmeerraum – und doch ist sie Hauptzutat des Nationalgerichts. Merkwürdig. Der Königsberger Klops ist und bleibt ein Mysterium.

Aus dem Alltag nicht wegzudenken

Der altehrwürdige „Königsberger Klops” ist aus dem Alltag vieler Deutscher kaum wegzudenken. Wie selbstverständlich steht er immer ganz omnipräsent in den Supermarktregalen, eingefroren ist er hartes Klopsbrikett aus dem Tiefkühlern zu bekommen – und viele Jahrzehnte überdauert er sogar in Einweckgläsern.

Und tatsächlich ist die älteste fertiggekochte Mahlzeit dieser Art in Massow (Maszewo) in Westpommern zu finden.

Seit 1945 warten dort eine Portion „Königsberger Klopse” im Einmachglas auf ihren Verzehr. Die Chancen irgendwann in einem Magen zu landen stehen für sie aber denkbar schlecht: Die Massower Heimatgemeinschaft hat sie gesichert und stellt sie als Exponat aus.

Es gibt einen Artikel über Königsberg. Hier lang



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