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Erkennst du auch heute die Notwendigkeit des „Hambacher Fests” von 1832?

Wer mag schon bestreiten, dass eine unbeugsame bürgerliche Opposition das starke Rückgrat einer jeden gesunden Demokratie ist? Zu jeden Zeiten sind es nicht blauäugige Konformisten und treu ergebene Mitläufer, sondern mutige und widerspenstige Bürger, die dem Freiheitsgedanken Leben einhauchen.

Mit Forderungen nach Presse-, Meinungs-, und Versammlungsfreiheit gebieten sie dem Machtstreben der Herrschenden immer wieder Einhalt.

Die nachdrückliche Erneuerung dieser Ansprüche ist vonnöten. Denn der Begriff der „Freiheit“ erfährt im Laufe seines Lebenszyklus soviel Umdeutungen – zu Gunsten der Herrschenden, dass er sich am Ende nicht mehr mit der Realität deckt.

Die wenige echte Freiheit, die dann noch geblieben ist, hängt wie modriges Fleisch an den bleichen Knochen des verwesenden Leichnams namens „Demokratie“.

Nazis, Reichsbürger und „Das Pack” – im Jahr 1832

Die schmerzliche Erfahrung von schwindender Freiheit machten die 30.000 Menschen, die sich am 27. Mai 1832 auf dem Schlossberg von Hambach versammelten. Schon seit etlichen Jahren, seit 1830 um genau zu sein, erlebten sie stetig eine wachsende Zensur und schleichend kamen immer neue Repressalien hinzu.

Die Unterdrückung von liberalen, nationalorientierten Meinungen war an der Tagesordnung. Es galt die oppositionelle Presse niederzuhalten, denn sie stellte eine große Gefahr für die Potentaten dar.

Um dem Widerstand eine starke Symbolik zu verleihen, trafen sich dort oben, auf dem saftig-grünen Berggipfel, inmitten der wunderschönen Rheinebene, im Schatten der romantischen Schlossruine Hambach: Ehrbare Kaufleute, fleißige Handwerker, rechtschaffende Winzer, Kleinbauern und Tagelöhner, um gemeinsam das berühmte „Hambacher Fest” zu begehen.

Es sollte der Höhepunkt der bürgerlichen Opposition werden und gilt bis heute als absoluter Meilenstein der Deutschen Demokratiebewegung.

Wie? Nur 30.000 Teilnehmer auf dem Hambacher Fest!? Ja, das „Nationalfest der Deutschen“, wie es auch genannt wird, zählte bis 1832 mit seinen 30.000 Teilnehmern trotzdem zur größten politischen Massenveranstaltung in Deutschland.

Heute, im Jahr 2020, würde man über sie sprechen als Männer und Frauen aus der Mitte der Gesellschaft – oder sie, je nachdem wo du dich politisch verortest, als Nazis, Reichsbürger und: „Das Pack” betiteln.

Denn selbstverständlich versuchten schon damals die Herrschenden Massenaufläufe zu verhindern. Auf Anordnung König Ludwig des I. von Bayern (1786-1868) wurden zu jener Zeit Verbote erlassen die die Versammlungsfreiheit einschränken, zeitgleich wurden Zeitschriften beschlagnahmt und Druckerpressen stillgelegt.

Die Ähnlichkeiten zu heute – Deutschland 2020 – sind verblüffend: Ob Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), Verbote von Flaggen und Symbolen, Maßregelungen, die dich bei nicht Einhaltung geradewegs in die Kriminalität führen, Meinungskonformität und der Verlust des Arbeitsplatzes bei abweichender Meinung: Wieder dient Einschüchterung der Unterdrückung.

Und damit die wandelnde Leiche namens Demokratie nicht zu sehr auffällt, darfst du zwar sagen was du willst, musst aber mit den Konsequenzen leben …

… das ist ganz schön heimtückisch, nicht wahr?


Doch lass uns zurückkehren zum „Nationalfest der Deutschen“ – Dem Hambacher Fest.
Maßgeblich beteiligt an seinem Erfolg waren drei Männer mit unglaublicher Haltung:

  • … Friedrich Schüler (1791-1873)

  • … Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845)

  • … Johann Georg August Wirth (1798-1848)

Diese drei mutigen Publizisten wussten: Eine Presse, die der Politik nach dem Mund redet, taugt nicht für lebendige Demokratie – auch hier entdeckst du leicht Parallelen zur heutigen Zeit.


Lies mehr über das große Nationalfest der Deutschen:

Hambacher Feste

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Für ein freies Deutsches Vaterland!

Um den durch Zensur unter Druck geratenen Journalisten und Redakteuren zu helfen, gründeten Wirth und Siebenpfeiffer 1832 kurzerhand den „Deutschen Vaterlandsverein zur Unterstützung der freien Presse“. Dieser Verein half den oppositionellen Zeitungsverlagen sowohl finanziell als auch materiell.

Gemeinsam gelang ihnen die Verbreitung von Flugschriften. Sie verteilten sie in Wirtshäusern, Lesevereinen, auf Bahnhöfen und auf zahlreichen weiteren öffentlichen Plätzen. So fand die Idee der Deutschen Demokratiebewegung eine breite Öffentlichkeit – und die Einladung zum Hambacher Fest erreichte eine Vielzahl von Menschen – grenzübergreifend!

Nebenbei bemerkt: Auch heute noch würde die Kommunikationsform von Flugblättern durchaus funktionieren.

Die Forderung der Opposition war eindeutig: Ausgehend von Frankreich, das seit der Französischen Revolution (1789-1799) nach „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit” strebte, verlangte sie die Nationale Deutsche Einheit, Volkssouveränität und Menschen- und Bürgerechte.

Das „Hambacher Fest” wurde ein voller Erfolg!

Der Einladung folgten nicht etwa, wie zunächst erwartet, rund 1000 Teilnehmer, nein, stattliche 30.000 Menschen folgten dem Aufruf. Sie sammelten sich zunächst unter schier ohrenbetäubenden Glockengeläut und Böllerschüssen auf dem dem Marktplatz von Neustadt.

Die schwarz-rot-goldene Fahne, mit der verheissungsvollen Aufschrift „Deutschlands Wiedergeburt“, führte anschließend den Zug durch die dichten Pulverdampfschwaden und unter lauten Jubelrufen, weithin sicht- und hörbar, hoch zur Hambacher Schlossruine.

Es war Johann Philipp Abresch (1804-1861), der als Erster die schwarz-rot-goldene Fahne mit der Farbreihenfolge von oben nach unten fertigte, und beim Hambacher Fest trug.

Feierlich eröffnete dort Philipp Jakob Siebenpfeiffer das Fest mit den Worten:

Es lebe das freie, das einige Deutschland!

Der Kämpfer wurde dort für seinen unermüdlichen Einsatz für den Erhalt der Meinungsfreiheit mit einem Schwert geehrt, in dessen Klinge die Worte „Vaterland – Ehre – Freiheit“ eingraviert war.

Ein Widerstand der sich lohnte – auch für dich!

Fünf Tage lang wurde diskutiert, erörtert, gestritten und natürlich gefeiert – und am Ende dieser großartigen Veranstaltung ward der Grundstein gelegt für jenes Deutschland, dessen demokratische Strahlkraft und tugendhaften Wertvorstellungen die Menschen allüberall beflügelte.

Und die Nationen der Welt schauten einmal mehr respektvoll und voller Ehrfurcht auf dieses Land und seine unbeugsamen Bürger.

Noch einmal wurde die Freiheit verteidigt und noch einmal der Demokratie Leben eingehaucht. Erkennst du so auch heute die Notwendigkeit des „Hambacher Fests” von 1832?


Das Hambacher Fest von 1832 - In Neustadt folgst du seinen Spuren:

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