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Die Pracht der Deutschen Vorgärten

Kennst du noch so ein buntes Fleckchen Erde, das die hingebungsvolle Liebe der Deutschen zur Ordnung und Gepflegtheit offensichtlicher zur Schau stellt als ein echter Deutscher Vorgarten? Das ist gar nicht so einfach – oder?

Hier heißt es: „Schnipp, schnapp, Rasenkante ab!“ – präzise, wie mit dem Lineal gezogen, so wie es sich gehört. Den Besen rausgeholt, jeden Erdkrümel weggefegt, und was ist das!: Es lugt noch ein kleiner, frecher Grashalm hervor, „Schere her, weg damit“ … jawoll!

Für so manche Zeitgenossen ist der Deutsche Vorgarten der Archetyp monströser Kleinbürgerlichkeit. Sie meinen, ein solches Stückchen Grün wäre nicht mehr als ein dumpfes Auffangbecken aus miefigen Gartenzwergen, klappernden Miniaturwindmühlen und zu Plastik gewordener Waldromantik – Hirsche, Rehe, Igel, auf diesen wenigen Quadratmetern Deutschland versammelt sich alles, was die hiesige Tierwelt aufzubieten hat.

In der Gedankenwelt der selbsternannten Toleranten, spukt so einiges umher und so auch einiges an Vorurteilen. Dabei gelten Vorurteile doch eigentlich als verpönt – na ja, eigentlich …, der Mensch ist voller Widersprüche und so lasst uns auch diesmal ein oder besser gleich zwei Augen zudrücken.

Blühfreudiges Klischee unters Volk gesät

Vor allem meinen sie, wäre der typisch Deutsche Vorgärtner immerzu griesgrämig und in kurzen, khakifarbenen 3/4 Hosen unterwegs. Das Beinkleid vermag dabei kaum seine käsig-blanken Waden zu verhüllen und die weißen Baumwollsocken, in billigen, ledernen Riemchensandalen runden das unters Volk gesäte Klischee ab.

Obwohl, nein, nicht ganz: Teil seiner Wut richtet sich auch noch gegen die fröhliche Deutschlandfahne. Unablässig flattert die trotzig im Deutschen Vorgarten. Dort hängt sie mit ihren prächtigen Farben im modernen „Wind of Change“, in dieser progressive Brise, die ständig versucht aus Altbewährtem eine trockene, lebensfeindliche Staubwüste zu machen. Na so ein Ärgernis aber auch!

Auf jeden Fall macht sie aus dem Deutschen Vorgärtner irgendwas mit „rechts“ und das reicht ja dann schon, um auf irgendeine Weise lebensfeindlich zu gelten.

Alles Lug und Trug: Spätestens wenn du deine ersten süßen, blauen Vergissmeinnicht eingepflanzt hast, schmeißt du dein Degout über Board und freust dich einfach nur noch an der traditionellen Zierpflanze. An so einer hatte sich ganz sicher schon deine aus Ostpreußen, Schlesien oder anderswo zwischen Maas und Memel stammende Uroma erfreut.


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Und die hatte noch reichlich mehr davon im Garten. Pflanzen, die auch heute noch deinen Augen und denen der Insekten schmeicheln.

Angefangen bei den lütten (kleinen) Schneeglöckchen, die jedes Jahr auf’s Neue, kurz vor dem Frühling für helle, spitze Ausrufe sorgen: „Die Schneeglöckchen haben schon ihre Köpfchen draußen …!“ klingt es dann ganz entzückt. Die Erwiderung lautet promt: „Die sind aber früh dran dies Jahr …!“.

Dialoge, die sich so oder so ähnlich über Generationen eingeschliffen haben. Ja, auch das ist das schöne an der Heimat: Die vorhersagbaren Muster vertrauter Gewohnheiten.

Jäte das Unkraut mit „Lady Alexandra Duff“

Weiter geht’s mit den vielen farbenprächtigen Tulpenspalieren. Die pflanzt du an der geraden Beetkante und wenn die blühen, dann künden die so fröhlich vom Lenz, dass selbst ein grauer Tag zum heiteren Ereignis wird.

Ebenfalls mit von der Partie: Die Krokusse -, traditionelle Blumen der Gattung Schwertliliengewächs. In Reih und Glied als Frühlingsboten, die dürfen hier auf keinen Fall fehlen!

Die erste Hälfte des Jahres schreitet flott voran und die prall gefüllten Knospen der Pfingstrosen künden von großer Veränderungen. Dein nächstes Unkrautjäten, so viel ist gewiss, wirst du im betörenden Duft der blühenden „Red Charme“, „Lady Alexandra Duff“, oder wie diese opulenten Strauchblüher noch so alle heißen, verbringen. Es gibt halt einfach nichts Schöneres, als mit einem Grubber, diesem alten, vom Grabstock abgeleiteten Bodenwerkzeug, für Zucht und Ordnung im Beet zu sorgen.

Der Grabstock ist eines der ältesten Werkzeuge der Menschheit. Die frühesten Funde sind über 200.000 Jahre alt. Du kannst jedoch davon ausgehen, dass Grabstöcke noch wesentlich eher benutzt wurden.

Es ist Sommer geworden in deinem Vorgarten, und nun sind es die markanten Strukturen der Kugeldisteln, die ein jedes Staudenbeet im typisch Deutschen Vorgarten auflockern. Mit ihren kantig geformten Stängeln harmonieren die nämlich ganz vortrefflich mit der klaren Formsprache einer Pflanzschubkarre aus echtem Eichenholz.

Die hält lange der Witterung stand und bietet reichlich Platz für die kleinen Pflanzfreuden: Das Fleißiges Lieschen, das Löwenmaul, der Blaue Waldmeister – ach, all diese alten Kulturpflanzen, die in einem solchen Vorgarten die Chance einer nostalgischen Wiederentdeckung haben.



Der Deutsche Herbst in deinem Vorgarten

Der Herbst naht und auf dem sympathischen Stückchen Land vor deiner Heimstatt werden die Schatten immer länger. Weniger heiß ist es tagsüber, was dir die Gartenarbeit noch flotter von der Hand gehen lässt.

Jeder leidenschaftliche Vorgärtner, so wie du einer bist, nutzt jetzt die Zeit und bringt alles tiptop in Ordnung!

Bäume schneiden, Hecken stutzen, Rasen mähen, Laub fegen – die üblichen Arbeiten, routiniert ausgeführt. Keine Spur von Griesgrämigkeit, von blassen Beinen in 3/4 Hosen ebenso wenig. Nur Menschen sind zu sehen, die für Grund und Boden Verantwortung übernehmen und die darin aufgehen ihn zu kultivieren.

Und dann entdecke ich ihn doch, den kleinen bunten Gartenzwerg, neben den von dir tadellos aufgestellten Trittsteinen. Direkt hinter dem hölzernen Miniatur-Leuchtturm, Modell „Amrum“, da hast du Platz geschaffen für den kleinen, frechen Racker. „Deine Herkunft kannst du halt doch nicht abstreifen“, erklär’ ich dir augenzwinkernd.

Und ein bisschen schüchtern schaut er plötzlich drein, der kleine Gnom, so als wolle er sich entschuldigen, für die Bilder im Kopf, die er bei manchen Zeitgenossen auslöst: Klischeehaft und sooo stereotyp …

Vom tierischen Glück Deutsch und Dackel zu sein

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