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Deutschland und sein liebenswertes Brauchtum – Diesmal: Der Osterhase

Wenn du meinst, das größte und älteste Fest der Christenheit, dessen Ursprung du weit zurück im heidnischen Glauben findest, würde überall in Europa gleich aussehen, dann irrst du dich – und zwar gewaltig. Das Osterfest wird besonders in Deutschland begleitet von vielen einzigartigen Traditionen und außergewöhnlichen Brauchtümern.

Nirgendwo sonst auf der Welt wirst du zur Osterzeit, die übrigens immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond stattfindet, so viele feurige Holzräder kleine und große Hänge herunterrollen sehen, so viele leckere „Ostersemmeln“ dampfend auf dem noch heißen Backblech vernaschen können und so viele „Osterreiter“, feierlich gekleidet in Frack und Zylinder, von der Auferstehung Christi reden hören, wie in unseren heimatlichen Gefilden.

Das Osterreiten ist ein sehr seltener Brauch, der in der katholisch und sorbisch geprägten Oberlausitz gepflegt wird. Von prächtig geschmückten Pferden herunter, wird die frohe Botschaft von Jesu Christi Auferstehung verkündet.

Und wer glaubt, er würde nach Rom oder London fliegen und dort ebenso zahlreich Osterhasen in der Werbung, auf Plakaten und im Supermarktregal erleben wie hier, der wird sich wundern: Tatsächlich ist der Osterhase ein stark auf Deutschland begrenzter, altertümlicher Tierritus.

Frühe österliche Gesundheitstipps

De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ – vor den negativen Folgen eines übermäßigen Verzehrs von Ostereiern warnt die erste schriftliche Abhandlung, die es zu der wunderlichen Symbiose von „Ei“ und „Hase“ gibt. Dieser gut gemeinte Gesundheitstipp, der niedergeschrieben wurde vom Mediziner Georg Franck von Franckenau (1644-1704), stammt aus dem Jahr 1682.

Seit spätestens diesem Datum weiß also ganz Deutschland vom Osterhasen? Nein, eher noch deutlich früher. Die Gelehrten unserer Zeit sind sich zwar nicht hundertprozentig einig, aber sie gehen davon aus: Die stolze germanische Frühlingsgöttin „Ostara“ ist Namensgeberin für unser Ostern. Und der Hase? Der gilt, durch seine starke Reproduktionsrate ohnehin seit jeher als äußerst potentes Fruchtbarkeitssymbol.


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Aber „Meister Lampe“ ist nicht nur ein Fruchtbarkeitssymbol sondergleichen, sondern ist auch ein urchristliches Symbol der Auferstehung. Das liegt auf der Hand, denn wer bereits im Frühjahr so zahlreich für Nachwuchs sorgt, kann ja gar nichts anderes sein als ein okkulter Heilsbringer.

Meister Lampe – Die Bezeichnung für unseren heimischen Hasen kommt aus dem niederdeutschen Tierepos „Reynke de vos“, (Reineke Fuchs) aus dem Jahr 1498. Als Verfasser dieser Verserzählung gilt „Hinrek van Alkmer“, einem Schulmeister und Zuchtlehrer des Herzog von Lothringen.

Hase und Ei – Die Top-Theorien!

Verschiedene Theorien erklären wie der Hase zum Ei kam, nur so richtig eindeutig ist keine davon. Ich liste dir hier mal die 4 gängigsten Top-Theorien auf:

Die 4 Top-Theorien wie der Osterhase zum Osterei kam:

  • Die 1. Theorie meint, dass in das leckere Osterbrot, ein Brot, in das ein Ei eingebacken wurde, das Abbild eines Hasen gestempelt wurde.
  • Der Osterhase ist evangelisch! Zur Osterzeit soll es bei den protestantischen Familien üblich gewesen sein Eier zu verstecken, um die Herkunft aus den katholischen Fastenvorschriften zu verschleiern. Der Hase wurde eingeführt um eben dieses Verstecken zu übernehmen.
  • Der Gründonnerstag ist der Tag vor Karfreitag, und der wiederum ist der Freitag vor Ostern. Alles klar! Der Gründonnerstag war früher ein Tag, an dem Schulden eingetrieben und bezahlt wurden – und das geschah häufig mit Eiern und Hasen.
  • In Byzanz, dem alten Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum, galt der Hase als Tiersymbol für Christus. Er war aber auch gleichzeitig Fruchtbarkeits- und Auferstehungssymbol, genau wie das Ei. Daraufhin wurden beide zum Ursprung der christlichen Ostersymbolik.

Ostern, dieses einst heidnische Naturfest unserer Vorfahren hat es weit gebracht. In seiner bunten Fröhlichkeit, die heute so selbstverständlich erscheint, ist es aber auch immer ein Kampf gewesen, zwischen dem harten, entbehrungsreichen Winter und dem, für Mensch und Tier, erlösenden, weil aufblühendem Frühling.

Erwähnung in der Bibel fand Ostern nie, und doch wurde es zu einem der beliebtesten Feste des Christentums. Weder Jesus noch einer der Apostel hat Ostern jemals gehalten noch angeordnet, dass dieses Fest gehalten werden sollte.

So haben es Bräuche und Symbole in unsere Zeit geschafft, die vorchristlichen Ursprungs sind und mit ihnen ein kleiner unscheinbarer Hase, der der wahre König dieses traditionsreichen Festes ist.


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