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Carl Theodor Körner – Patriotismus und Vaterland

»Nur die Besten sterben jung« heißt es in einem Lied der Böhsen Onkelz. Ein Erklärung für diese Behauptung lautet, dass junge Menschen so für eine Sache brennen, dass sie den Weg dorthin allzu furchtlos und risikofreudig beschreiten. Carl Theodor Körner (1791-1813) war ein solcher Mensch. Ein Charakter der sein Ding machte, würde man heute so sagen.

Geboren zum Ende des 18.Jahrhunderts, in einer Zeit, in der das Deutschen Reich inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses war. Der Weg von der ständisch-feudal geprägten Gesellschaftsform hin zu einem bürgerlich-kapitalistischen Ordnungsmodell war voller Rumor.

Die Folgen der Französischen Revolution (1789) waren nicht nur in diesem Land zu spüren, ganz Europa war in heftiger, umwälziger Bewegung.

In diesen turbulenten Jahren wuchs Körner heran. Ausgestattet mit den Privilegien, die einem Mitglied der vornehmen Gesellschaft innewohnt: Geld, Bekanntheit und dem talentfördernden Umgang mit den ganz Großen der damaligen Deutschen Kulturszene.

Der Umgang formt den Menschen

Von Kindesbeinen an hatte er direkten Kontakt zu Schiller, Goethe und zu Kleist, zu Alexander von Humboldt und den beiden Schlegel-Brüdern August Wilhelm und Friedrich. Auch Novalis war regelmäßiger Gast im Haus seiner Eltern Christian Gottfried Körner und Anna Maria Körner in Dresden.

Sie alle waren intellektuelle Leuchttürme. Schwergewichte in der Epoche der Aufklärung, deren Strahlkraft bis in die heutige Zeit wirkt und schon damals stilprägend für das Land war.

In der Zeit der Aufklärung, um 1800, verlangten die Bürger Freiheitsrechte und nationale Einigung. Sich verstärkt der Vernunft zu bedienen und Entscheidungen auf Grundlage von Wissen und Fakten zu treffen ist Basis der Aufklärung.

Durch die frühe intensive Förderung hin zur üppigen Deutschen Kunst und Kultur entwickelte der junge Körner schon sehr bald ein breit gefächertes Vermögen sich künstlerisch auszudrücken. Zeichnen, Musizieren und besonders das Dichten und die Poesie wurden seine Steckenpferde.

Im Jahr 1810, Körner ist 19 Jahre alt, erscheint sein erster Gedichtband „Knospen“, in der Göschen’schen Verlagsbuchhandlung in Leipzig.

Ein lebhafter Student – nein ein Rabauke!

Körner studiert Bergbau in Freiberg. Es dürfte nicht verwundern, dass ihn die Schönheit der Deutschen Landschaft, die unter anderem in der Oberlausitz und den schlesischen Gebirgszügen des Riesengebirges zu finden ist, zu zahlreichen Naturgedichten inspirierte. So schön wie Deutschland hier ist (bzw. war), kann dabei nur wahrhaft Erhabenes herauskommen.

Als lebhafter Student, der sich in verschiedenen Kameradschaften engagierte, gerät er immer mal wieder in Zwistigkeiten mit seinen studentischen Kollegen. Er rauft, er trinkt er duelliert sich. Er ist ein Feingeist aber auch ein Bonvivant, ein Lebemann – ja, ein Rabauke! Nicht eben anders als die „Querschläger“ unserer heutigen Zeit – Gut dass es sie gibt, sind sie doch das Salz in der Suppe einer Gesellschaft!


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Seine glühende Vaterlandsliebe ist es, die sich ihn der antinapoleonischen Bewegung anschließen lässt, denn Napoleon war jener Zeit auf dem besten Wege ganz Europa zu unterjochen.

Mutig tritt Körner im März 1813 der tapferen Schar des Lützowschen Freikorps bei. Er ergreift Schwert und Leier und stellt sich den Machtphantasien des französischen Kaisers entschlossen entgegen. Flugs wird er zum Leutnant befördert und wechselt zur Kavallerie.

Major Wilhelm von Lützow errichtete 1813 den Freiwilligenverband Lützowsche Freikorps. Es war Teil der preußischen Armee und aus den Uniformfarben der Truppen bildeten sich später die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold

Zwischen Pulverdampf und Säbelrasseln – Feingeistige Poesie

In den wenigen ruhigen Momenten zwischen dem grollendem Kanonendonner, dem Pulverdampf und dem steten Klirren der glänzenden Säbel hat er seine größten Momente. Tiefer, ernster Patriotismus lässt ihn Werke voll Pathos erschaffen. Darunter das sechsstrophige Gedicht „Lützows wilde Jagd“ in dem es unter anderem heißt:

Was tobt dort im Thale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen!
Die schwarzen Kämpen schlagen die Schlacht
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht,
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Kämpen fragt:
Es ist Lützows wilde verwegene Jagd.

Das Geschehen auf dem Schlachtfeldern der Befreiungskriege und die Kameradschaft unter den deutschen Soldaten ist in seiner Lyrik immer wieder greifbar und intensiv zu spüren.

Der Forst von Rosenow – sein Schicksalsort

Den Höhepunkt – und den traurigen Endpunkt findet sein umfangreiches Schaffen im „Schwertlied“, einem letzten Gedicht, dass er im Morgengrauen des 26. August 1813 schreibt. Nur wenige Stunden später fällt Carl Theodor Körner, mit nur 22 Jahren, getroffen durch eine feindliche Kugel, im Forst von Rosenow bei Gadebusch.

Er hinterlässt Deutschland eine beachtliche Sammlung an Gedichten und Dramen voll vaterländischer Kriegslyrik.

Die Treue zu seinem Land, der Mut sich den Mächtigen entgegenzustellen und die feurige Liebe zur Freiheit bezahlt Körner mit seinem Leben.

Werte die ihm zum Helden machten – und jung sterben ließen.

Lies über das stolze Völkerschlachtdenkmal



 
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